50. Folge

Der Nachtwächter

Der Nachtwächter

Marie fand ihren Plan auf einmal nicht mehr so besonders gut, vielmehr noch, sie hatte auf einmal richtig Angst und wünschte sich, nie hierher gefahren zu sein. Doch dafür war es jetzt zu spät. Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, von wo aus Monalisa ihr zugeblinzelt hatte, dabei war das doch noch nicht einmal vierundzwanzig Stunden her. Sie ging zum Fahrstuhl und schaute zurück, um denselben Blickwinkel wie gestern beim Verlassen der Spielzeugabteilung zu haben, doch in dem Dunkel war nichts zu erkennen. Nachdem sie lange vergeblich nach Monalisa gesucht hatte, kam ihr der Gedanke, dass sie sich das alles ja vielleicht auch nur eingebildet haben könnte. Dieser Gedanke machte ihr nur noch mehr Angst und sie wollte sofort nach Hause. Plötzlich aber erhellte ein Lichtstrahl den Raum. Dazu waren kräftige Schritte zu hören, die von einem Riesen zu stammen schienen und immer näher kamen. Marie fing an zu zittern vor Angst, sie war wie gelähmt. Würde sie jetzt nichts tun, wäre sie verloren. In letzter Sekunde versteckte sie sich mitsamt Bill’s merkwürdiger Fernbedienung unter einem Regal. Dicht vor ihr lief der Nachtwächter des KaDeSü mit seiner Taschenlampe durch die Etage und leuchtete alle Ecken ab. Marie befürchtete, er könnte sie zittern hören oder die Schlangenantenne sehen, vor lauter Angst und Aufregung wagte sie kaum zu atmen. Doch der riesige Wachmann sah und hörte nichts, und allmählich verhallten seine Schritte.

Marie war schweißgebadet. Als der Riese endgültig weg war, musste sie erst einmal durchatmen. Puhh, gerade noch mal gut gegangen. Aber was sollte sie jetzt machen? So winzig wie sie war, und dazu noch ganz alleine nachts in einem riesigen Kaufhaus? Sie verfluchte ihren tollkühnen Plan, doch alles Fluchen half nichts. Je länger sie nachdachte, wurde ihr immer klarer, dass sie jetzt nur noch darauf warten konnte, bis es Morgen werden würde, denn nachts fahren keine Busse und schon gar keine Züge nach Zwergenhausen. Marie war traurig und verzweifelt zugleich, das war alles doch ein bisschen viel für ein solch kleines Wesen wie sie. Sie konnte nicht mehr und fing leise an zu weinen. Aus dem leisen Weinen wurde ein großes lautes Schluchzen, denn sie wusste, dass es jetzt kein Zurück mehr gab. Als ihr schon alles egal war, hörte sie aus dem Dunkel plötzlich eine Stimme, die ihr irgendwie bekannt vor kam. Und die Stimme sagte: „Hallo Marie, ich bin hier drüben, kannst du mich sehen? Komm doch zu mir rüber und leiste mir ein bisschen Gesellschaft“. – Marie hörte augenblicklich auf zu weinen. Sie jubelte, denn das war die Stimme von Monalisa!

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49. Folge

Der Nachtwächter

Der Nachtwächter

Marie’s Plan war mehr als mutig, er war tollkühn! Noch am selben Abend schlich sie sich heimlich aus ihrem Zimmer und fuhr mit dem Bus zum kleinen Bahnhof von Zwergenhausen, wie immer natürlich schwarzfahrenderweise ohne gültigen Fahrschein. Dort angekommen, stieg sie unbemerkt in den letzten Zug, der noch in die große Stadt fuhr. Wie man sich leicht vorstellen kann, brauchte sie auch für den Zug keine Fahrkarte,

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48. Folge

Marie

Marie

„Also wie ihr gesehen habt: heute beginnt die Zukunft, so geht die schöne neue Welt!“, rief Bill von den Mikrosofties ganz ehrfürchtig und schaute zum Himmel, „und ich bin ihr Erfinder“. Neben ihm nickte der dicke Paul so beifällig, als wäre er selbst das Genie dieser bahnbrechenden Erfindung gewesen. Die Fünftklässler aber schauten sich gegenseitig nur schulterzuckend an und fragten Bill,

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47. Folge

Bill von den Microsofties

Bill von den Microsofties

Am nächsten Morgen ging Marie wieder zur Schule. Alle freuten sich, dass ihre Heldin wieder da war, denn Direktor Lodenmantel und die grimmige Gundula waren so streng wie nie zuvor und bestraften jedes Lachen auf der Stelle. Da traf es sich gut, dass heute das Fach „Chemie“ auf dem Stundenplan stand und Kollege Tschaikowski wieder unterrichtete, weil er sich inzwischen einen ziemlich echt aussehenden falschen Bart extra aus Russland hatte schicken lassen.

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46. Folge

Papa Willy

Papa Willy

Wie man sich leicht vorstellen kann, sind für solch klitzekleine Wesen wie Marie große Räume ja noch viel imposanter als für normal gewachsene Menschen, zumal wenn die Regale übervoll sind mit den schönsten Dingen, die man sich vorstellen kann. Das Blöde ist nur, dass einen all schönen Dinge ständig anstarren und anbetteln, doch bitteschön mitgenommen zu werden: „Kauf mich, nimm mich mit, o kauf mich doch bitte“.

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45. Folge

Marie

Marie

Als Mama Berta nach sieben Tränentagen und sieben Trauernächten sich keinen Rat mehr wusste und schon so verzweifelt war, Marie auf Anraten von Hausarzt Weißkittel in die Zwergenhausener Seelenheilanstalt für traurige Kleinkinder einzuweisen, kam Marie eines Morgens frohgelaunt aus ihrem Zimmerchen spaziert und sagte: „Mama, ich will in die große Stadt, eine neue Puppe kaufen“.

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44. Folge

Monika

Monika

Es kam nicht oft vor, dass Marie traurig war, aber wenn sie es war, schloss sie sich am liebsten in ihr Zimmer ein und kam eine Weile nicht mehr heraus. Dieses Mal aber war es besonders schlimm. All ihre Puppen, die mit Genickbruch und anderen schweren Blessuren vor ihr auf dem Boden lagen, waren für sie nie wie Geschwister gewesen, und jetzt erst Recht nicht mehr.

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43. Folge

Papa Willy

Papa Willy

Als Marie am späten Abend nach Hause kam, betrachtete sie Papa Willy und Mama Berta hinsichtlich der Chancen auf eine ältere Schwester. Die allabendlichen Hefe-Rationen ihres Papa’s hatten ihm zum Glück noch nichts anhaben können (zumindest war er bis jetzt noch nicht Mitglied im Verein der Zwergenhausener Dickbäuche), aber seit seinem Auftritt als verlotterter Josef deutete nichts mehr darauf hin,

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42. Folge

Mama Berta

Mama Berta

Für die Rückfahrt kauften die Ausflügler dieses Mal vorsorglich ein Gruppenticket Erster Klasse, denn noch einmal so zusammengepfercht zu werden wie auf der Hinfahrt wollten sie absolut nicht. Trotz der winzigen Marie besetzten sie den kleinen Ersteklassewaggon dennoch fast komplett, und weil alle ziemlich übel nach Chemiesee stanken, waren sie auch schon bald unter sich.

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41. Folge

Marie

Marie

Glücklicherweise hatte Freddy Hampel seine Taucherausrüstung mit eingepackt und schlug vor, das Boot der Eimermänner zu kapern. Sein Plan war, Marie unauffällig in das Schiff der dreisten Ganoven zu befördern (was bei ihrer Größe ja nicht schwierig war), gleichzeitig unter dem Boot durch zu tauchen und den Anker zu lichten. Währenddessen sollte Marie heimlich Löcher in die Eimer bohren

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