365. und letzte Folge

logoWährend in der Spielzeugabteilung des KaDeSü die wundersamste Verwandlung seit Menschengedenken begann, raste Pelle in letzter Sekunde herbei, um Iwan Tschaikowski vor dem tödlichen Biss der Kackewiedora zu retten. Just als die gierige Nichte des Unterweltfürsten kraftvoll zubeißen wollte, sprang der riesige sibirische Wolfshund mitten in den ekligen Kanalisationsschleim und riss Iwan dem Ungeheuer gerade noch aus dem Maul. Kackewiedora zappelte wie von Sinnen und verspritzte dabei ihren giftigen Schleim über das ganze Schlafgemach, so dass alle Unterweltgenossen in Sekundenschnelle von der rosaroten Pampe überzogen waren. Blind vor Wut und Glibber, versuchte Hexor, seine gerade angetraute Braut zu finden, was ihm angesichts des fetten Schleims auf seiner Rotzbremse aber nicht gelang (tja, mit den eigenen Waffen geschlagen, lieber Hexor …). Die Magd war dagegen froh darüber, durch den Schleimanzug mitsamt ihrem Schnuckiputzilein quasi unsichtbar geworden zu sein und verdrückte sich so schnell sie konnte in ihre Kammer. Der Lodenmantel klebte als rosaroter Schleimbeutel am Galgen fest, direkt unter dem Badewannenkapitän lagen Otto Trübestein und der Stramme Max wie zwei gemästete Weihnachtsgänse und schnarchten um die Wette. Rainer Zufall sah dagegen aus wie geteert und gefedert, während die schier wahnsinnig gewordene Gundula Grimmig mit ihrer Blutwurstpeitsche blindwütig auf den armen Hausmeister eindrosch. Von Kasperkacke fehlte hingegen jede Spur. Vermutlich hatte sich der Feigling in der Kloake versteckt oder bastelte gerade mal wieder an einem gigantischen Silvester-Feuerwerk.

In all dem Durcheinander ritt Iwan auf dem Rücken von Pelle zum erstbesten Gullideckel, um dem Chaos zu entkommen. Gerade als die beiden wieder festen Boden unter den Füßen hatten, hörten sie einen wahnsinnig lauten Knall direkt aus der Unterwelt kommen. Danach stieg aus allen Gullis entsetzlich stinkender Qualm empor und verteilte sich in Windeseile über die ganze Hauptstadt. Wie es schien, hatte sich in der Zwergenhausener Kanalisation eine ziemlich heftige Explosion ereignet. Iwan und Pelle lauschten noch lange in das Dunkel der Kanäle und Rinnen, aber dort unten blieb es mucksmäuschenstill. „Dank dir, mein Kleiner“, flüsterte Iwan dem Wolfshund nach einer Weile ins Ohr, „ich glaube, das mit der Unterwelt hier hat sich von selbst erledigt.“ Pelle nickte und reckte Iwan zum Zeichen des Sieges seine Vorderpfote entgegen. Wenig später erreichten die beiden ihre Almhütte auf der Zwergenwiese, wo Kameramann Robert und Reporter Fritz bereits begonnen hatten, die Vorbereitungen für das letzte gemeinsame Weihnachtsfest zu treffen.

– Damit endet unsere Geschichte. Zumindest ihr erster Teil. Bleibt noch zu sagen, dass Papa Willy und Mama Berta in ihrem kleinen Häuschen in der Zwergenstraße gerade dabei waren, den Weihnachtsbaum zu schmücken. Ihnen war aber nicht wirklich weihnachtlich zumute, im Gegenteil. Sie fragten sich, ob es klug von ihnen gewesen war, Marie und Monika nachts allein mit dem kleinen Turbanesen im KaDeSü zu lassen. Und je länger die Nacht dauerte, desto tiefer wurden ihre Sorgenfalten. Wenn sie geahnt hätten, was sich in dieser Nacht dort alles ereignete, wären sie vor lauter Freude bestimmt um den Weihnachtsbaum getanzt!