359. Folge

Fliegender Mann mit RegenbogenDas Hündchen der Magd weigerte sich partout, zurück zu seinem Frauchen zu gehen. Es wusste, dass es dann für immer in der Unterwelt landen würde und bat die Männer-WG im Hotel Iwan um politisches Asyl. Selbst wenn es nun vorbei war mit seiner Karriere als größter Hunde-Schauspieler aller Zeiten, schien ihm das Leben hier oben an der frischen Luft doch um Einiges angenehmer zu sein als das in der Kanalisation bei seinem Frauchen und diesen gefräßigen Ungeheuern. Während sich Kameramann Robert nicht mehr um die Dinge in und um Zwergenhausen kümmerte und nur noch seine Reise nach Tibet im Kopf hatte, diskutierten Iwan und Fritz den Fall mit allen Konsequenzen (immerhin wäre es bei einem Verbleib des Hündchens im Hotel Iwan mehr als wahrscheinlich, dass Hexor sofort einen weiteren Angriff starten würde, um seiner Angetrauten ihr geliebtes Schnuckiputzilein wieder bringen zu können). Darauf hatten die beiden nun wirklich keine Lust, der letzte Überfall des Unterweltfürsten war ihnen noch allzugut in Erinnerung. Also würfelten sie, wer das Hündchen in der Kanalisation abliefern sollte. Iwan hatte das Pech und musste gehen. Schweren Herzens schnappte er sich zwei Flaschen Zar Putin, steckte Schnuckiputzilein behutsam in eine Geschenkkiste und lief hinab zum Einstieg in die Kanalisation. Pelle schwante Schlimmes, deshalb schlich sich der sibirische Wolfshund leise hinterher.

Gerade als Iwan durch den Gullideckel geklettert war und den Weg zu Hexor’s Hauptquartier suchte, hörte er ein schreckliches Jammern, das ihm bekannt vorkam: Hausmeister Zufall! Schnell lief er dem Gejammere nach, denn es hörte sich an, als hätte der Jammerlappen nur noch wenige Sekunden zu leben. Am Ort des Geschehens angekommen, sah er den bereits in schwarzen Kanalisationsschleim verwandelten Kasperkacke, wie er sich mit seinem entsetzlich großen Maul über den armen Hausmeister her machte. Rasch öffnete Iwan eine Flasche Zar Putin und schleuderte sie Kasperkacke mitten in das geöffnete Maul. Das Monster, das sonst nur Limonade und heiße Milch mit Honig trank, schrie vor Entsetzen auf, so sehr brannte ihm der Wodka in der Kehle. Fluchtartig stürzte sich Kasperkacke in den Abwasserkanal, um den Brand in der stinkenden Kloake zu löschen. Igitt, musste dieser Widerling jetzt stinken, doch endlich war Kasperkacke dort gelandet, wo er hin gehört. Iwan lachte jedenfalls schadenfroh, hielt sich die Nase zu und genehmigte sich erst einmal einen Schluck aus der zweiten Flasche. Dann nahm er den schlotternden Hausmeister an die Hand und führte ihn zu Hexor (die drei Saumägen hatte Kasperkacke zum Glück schon als Vorspeise verdrückt, sonst wäre von Rainer Zufall nichts mehr übrig geblieben). Bei Hexor angekommen, klopfte Iwan an die Tür. Zu seiner Überraschung aber öffnete nicht der Unterweltfürst die Tür, sondern die Sklavenhalterin von der Zwergenalm: „Ach, wen haben wir denn da?“, stierte Gundula Grimmig ihren einstigen Hausmeister an, „mein kleines Zufällchen ist zu mir zurück gekommen …“