Artikel von Dezember, 2014

8. Folge

Bürgermeister Huber

Bürgermeister Huber

Auch Bürgermeister Huber wurde auf Marie aufmerksam und kam eines sonntags auf die Piste, um Marie beim Skifahren zuzusehen. Er konnte die sagenhaften Geschichten, die er über sie hörte, absolut nicht glauben, hatte er Marie doch als bedauernswerten Däumling in der Hand ihrer Mutter kennen gelernt und damals nur mit Schrecken daran gedacht, dass sie für sein blitzsauberes Städtchen eine Schande sein könnte.

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7. Folge

Kameramann Robert

Kameramann Robert

Bis Marie berühmt wurde, dauerte es aber noch eine ganze Weile. Jeden Tag übte sie fleißig mit ihren neuen Skiern, indem sie zwischen den verdutzten Skifahrern laut brüllend den Abhang herunter sauste. Weil sie so winzig war, wurde sie zuerst von niemandem bemerkt und flitzte wie ein kleiner Teufel auf Kufen immer in der schnellsten Spur. War sie unten angekommen, fuhr sie als blinder Passagier mit dem Sessellift wieder an den Start hinauf, indem sie sich einfach auf die Skier der Lift-Benutzer setzte und so kostenlos mit nach oben gezogen wurde.

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6. Folge

Monika-Portrait

Monika

Noch vor Silvester machte Marie die erste Schlittenfahrt ihres Lebens. Sie klammerte sich ganz vorne hinter dem Ziehstrick fest und sauste mit einem Affenzahn den Abhang hinunter. „Geil“, schrie sie vor lauter Spaß, „schneller, schneller, schneller!“. Papa Willy tat so, als habe er nichts gehört, doch kriegte er rote Ohren, weil nebenan der strenge Studienrat Otto Trübestein rodelte. Und der warf ihm einen sehr, sehr ernsten Blick herüber.

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5. Folge

DerNachtwächter

Der Nachtwächter aus dem KaDeSü

Für Marie fing ein neues Leben an. Musste sie früher immer zu Hause bleiben, nahmen sie Papa Willy und Mama Berta jetzt überall hin mit, zum Beispiel wenn sie zum Einkaufen gingen, einen Ausflug machten oder die Nachbarn besuchten. Im Einkaufsladen sah Marie mit großen Augen, was dort alles in den Regalen stand und wollte am liebsten alles und jedes gleich mitnehmen. „Das will ich haben, und das will ich haben, und das auch“, flötete sie ihrer Mama ins Ohr.

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4. Folge

Bill

Bill von den Microsofties

Marie glühte vor Aufregung. Seit sie zum ersten Mal ein paar Worte von sich gegeben hatte, war klar, dass sie kein stummer Sonderling war, sondern ein ganz normales Kind. Zugegeben, das Kind war ein bisschen klein geraten, sehr klein sogar, sozusagen winzig. Aber auf der anderen Seite konnte Marie mit einem Jahr schon fehlerfrei sprechen, flitzte wie ein Teufel durch die Gegend und brauchte auch keine Windeln mehr.

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3. Folge

MamaBerta-Portrait

Mama Berta

Marie hörte gar nicht mehr auf zu lachen. Ihre Eltern schauten sie an, als käme sie von einem anderen Stern. Es dauerte lange, bis sie verstanden, was sie gerade gehört hatten. Und noch viel länger dauerte es, bis sie begriffen, was das bedeutete. Marie schaute die beiden verschmitzt an und schüttele den Kopf. „Hey“, rief sie, „ihr könntet ruhig mal mit mir sprechen. Seit einem Jahr bin ich jetzt schon auf der Welt. Ihr schleppt mich von Pontius zu Pilatus, jammert von morgens bis abends, aber haltet es nicht für nötig, mich mal zu fragen, ob ich Hunger habe, auf die Toilette muss oder wie es mir geht“.

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2. Folge

Papa Willy

Papa Willy

Marie hatte Geburtstag. Es war Weihnachten und alle dachten an das liebe Christkind und den Weihnachtsmann mit seinem Sack und seiner Rute (und natürlich an viele viele Geschenke…). Nur Mama Berta und Papa Willy dachten heute daran, dass Marie genau vor einem Jahr auf die Welt gekommen war. Genau hier, unterm Tannenbaum. Seitdem war nichts mehr passiert, gar nichts. Keine vollgemachte Windel, kein zu klein gewordener Strampelanzug, kein Pieps und kein Paps.

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1. Folge

Marie

Marie

Marie wurde an Weihnachten geboren, genau heute, am Heiligen Abend. Und das war auch gut so, weil niemand ihren Geburtstag vergaß. Aber das war auch schlecht, weil an Weihnachten alle an alles Mögliche denken, nur nicht an Marie’s Geburtstag. Und was noch schlimmer war: Als Marie unterm Tannenbaum auf die Welt kam, war sie nicht größer als ein Daumen. Ihr habt richtig gehört: ein Daumen! Ihre Eltern dachten sich erst nichts Böses dabei und sagten sich, gesund ist sie ja, sie werde schon noch wachsen. Nur als Marie älter wurde, keinen einzigen Laut von sich gab und weiterhin so groß wie ein Daumen blieb, machten sie sich allmählich Sorgen.

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